Butzbach bleibt ungeschlagen – aber nur nach heftigem Weckruf
Butzbach, 16. November 2025
Butzbach bleibt ungeschlagen – aber nur nach heftigem Weckruf
Am Sonntag, den 16. November, um 18:15 Uhr, empfing die 1. Herren des TSV Butzbach in der heimischen Schlosssporthalle den Tabellenletzten aus Heskem. Auf dem Papier wirkte die Ausgangslage eindeutig: Butzbach als ungeschlagener Tabellenführer, Heskem am Tabellenende. Doch unter der Oberfläche brodelte es schon seit der letzten Saison – und genau das prägte diese Partie.
Die offene Rechnung aus der Vorsaison
Heskem hatte die Vorjahresniederlage gegen einen damals noch deutlich schwächeren Butzbacher Kader nie verkraftet. Nach dem Spiel hatten die Gäste mehrfach betont, dass es „niemals hätte passieren dürfen“ und sie „die klar bessere Mannschaft“ seien. Diese Rechnung wollten sie nun begleichen – selbstbewusst, angriffslustig und mit dem festen Willen, die Schlosssporthalle dieses Mal als moralischer Sieger zu verlassen.
Und sie taten alles dafür.
Erstes Viertel – Die kalte Dusche für den Tabellenführer
Butzbach startete mit der gewohnten Starting Five:
Niklas Bilski, Felix Schweizer, Jean Martens, Hermann Kraus und Timo Imbrogno.
Doch es wirkte, als hätten alle fünf noch Sand in den Augen. Die Defensivrotationen kamen zu spät, die Kommunikation war quasi nicht existent und Heskem nutzte das eiskalt: Backdoor-Cuts, einfache Durchstecker, unerzwungene Butzbacher Fehlentscheidungen – ein Lehrvideo dafür, wie man die Defense schlägt, wenn sie schläft. Selbst die Einwechslungen von Dennis Kraus und Maximilian Schunder konnten die wackelige Anfangsphase nicht stabilisieren. Das Ergebnis: Heskem gewinnt das erste Viertel 22:21 – erstmals in dieser Saison liegt Butzbach nach Q1 zurück.
Zweites Viertel – Heskem wittert die Sensation
Wie ein Team, das plötzlich merkt, dass heute etwas gehen könnte, spielten sich die Gäste regelrecht in Rage. Doch damit nicht genug: Heskem begann, sich in der Offense richtig etwas zu trauen – und das wirkte auf die Butzbacher wie eine offene Verhöhnung.
Die Gäste leisteten sich dreiste, beinahe respektlose Offensiv-Plays:
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Ein Halbfeld-Buzzerbeater, der wie ein Dolchstich mitten ins ohnehin wackelige Butzbacher Selbstverständnis wirkte.
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Volleyball-ähnliche Pässe, ohne jede Furcht vor Ballverlust.
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Rückwärtige Over-the-Head-Pässe, die man eher bei einem Showturnier erwartet als in einem regulären Ligaspiel.
Diese Aktionen waren nicht nur erfolgreich, sie hatten eine klare Botschaft:
„Wir haben euch im Griff.“
Butzbach bekam weiterhin keinen Zugriff auf die Partie, verlor Rebounds, verschlief Cuts und spielte defensiv wie mit angezogener Handbremse. Heskem nutzte das Momentum und gewann auch das zweite Viertel: 14:18.
Mit einem für Butzbach absolut ungewohnten Rückstand ging es in die Halbzeitpause.
35:40 aus Sicht der Hausherren.
Und dann kam er.
Halbzeitansprache: Auftritt Marcell Nukzepah
Was in der Kabine genau passierte, weiß wohl nur das Team – aber die Grundzüge ließen sich an den roten Köpfen erkennen, mit denen die Spieler wieder aufs Feld kamen.
Die zentrale Botschaft soll gewesen sein:
„Nehmt es verdammt noch mal persönlich! Ihr könnt euch nicht in unserer Heimspielstätte so blamieren!“
Kurz, heftig, emotional.
Und es wirkte.
Drittes Viertel – Das Butzbach-Feuerwerk
Was die Zuschauer danach sahen, war die Butzbacher Identität in Reinform:
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gnadenlose Mann-Mann-Verteidigung
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kluge Rotationen
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hohe Ballgewinne
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spektakuläre Offensivaktionen
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pure Energie von Bank und Tribüne
Durch die schnellen Butzbacher Wechsel kamen nun auch Justus Knaup, Jannik Lochmann und Mykyta Tatsenko ins Spiel, die das Tempo weiter anzogen und das Defensivniveau auf eine neue Stufe hoben.
Und dann explodierte das Spiel:
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Schweizer-Dunks wie aus dem Highlight-Film
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Scheppernde Blocks am Backboard
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endlich fallende Dreipunktwürfe
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Tempoangriffe im Minutentakt
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beinahe schon freche Alley-Oop-Versuche zur Begeisterung der Fans
Butzbach spielte wie entfesselt – und Heskem wusste nicht mehr, wo hinten und vorne war. Viertelergebnis: 25:8 für Butzbach. Der Knoten war geplatzt.
Viertes Viertel – Der Tabellenführer macht den Deckel drauf
Im Schlussabschnitt wollten die Hausherren keinen Zweifel mehr aufkommen lassen. Butzbach spielte nun wie der Spitzenreiter, der sie sind, und hielt das Tempo hoch. Während die Defense weiterhin bissig blieb, rollte der Offensiv-Express unaufhaltsam weiter. 30 Punkte im vierten Viertel – ein klares Statement. Heskem kam noch auf 16, aber das änderte am Gesamtbild nichts mehr. Endstand: 90:64. Ein Ergebnis in gewohnt souveräner Butzbach-Höhe – obwohl der Weg dahin alles andere als souverän war.
Fazit – Ein Sieg, der wertvoller ist als er aussieht
Butzbach bleibt ungeschlagen, aber wichtiger noch:
Dieses Spiel zeigte, wie die Mannschaft reagiert, wenn es ernst wird. Mitten in der eigenen Halle gedemütigt zu werden, war der Weckruf, den das Team brauchte. Heskem kam mit Rachegelüsten, Selbstbewusstsein und viel Energie – und stellte Butzbach vor echte Probleme. Doch am Ende bewahrheitete sich einmal mehr ein alter Grundsatz: „Defense wins Championships.“
Und die Butzbacher Defense der zweiten Halbzeit machte genau diesen Satz lebendig.
Niklas Bilski #7 19 Punkte, Hermann Kraus #12 20 Punkte, Felix Schweizer #6 18 Punkte, Jean Martels #8 17 Punkte, Max Schunder #32 7 Punkte, Denis Kraus #17 7 Punkte, Timo Imbrogno #11, Lars Seipel #0, Mykyta Tatsenko #22, Justus Knaup #4
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