Die erste Saisionniederlage
Butzbach, 3. Dezember 2025
Das Gipfeltreffen der Landesliga Nord hält, was es verspricht – und fordert Butzbach die erste Saisonniederlage ab
Das Spitzenspiel der Landesliga Nord versprach schon im Vorfeld ein Spektakel: Der TSV Butzbach, bisher ungeschlagen und souveräner Tabellenführer, empfing mit der TSG Wieseck den ebenso ungeschlagenen und spielstarken Tabellenzweiten. Die Partie wurde zum emotionalen, intensiven und teils chaotischen Basketballkrimi, der am Ende mit einem 84:87 aus Sicht der Gastgeber endete – und aus Butzbacher Sicht vor allem eines deutlich machte: Dieses Spiel hat man sich in vielen Phasen selbst schwer gemacht.
Volle Halle, volle Emotionen
Rund 80 Zuschauer fanden den Weg in die Schlosssporthalle, weitere 70 verfolgten die Begegnung live auf Twitch. Die Fans sorgten für eine energiegeladene Atmosphäre, während die Damen am Verkaufsstand einmal mehr für die passende Versorgung mit Snacks und Getränken sorgten.
1. Viertel – Frühe Intensität, viele Fouls, knapper Vorsprung
Beide Teams kamen sofort mit hoher Intensität aus der Kabine. Körperlich, entschlossen, konsequent im Zug zum Korb – die logische Folge: eine hohe Zahl früher Fouls und Freiwürfe.
Butzbach vergab ungewöhnlich viele Chancen von der Linie (6/13, 46%), während Wieseck solide 4/6 traf. Dennoch sicherte sich der TSV mit 24:18 den ersten Abschnitt, ohne dabei wirklich Kontrolle über das Spiel erlangt zu haben.
2. Viertel – Spiel auf Augenhöhe, Butzbach minimal stabiler
Auch im zweiten Viertel blieben beide Teams nahezu punktgleich. Butzbach erhöhte die Freiwurfsicherheit (75%, 3/4), während Wieseck weiterhin stark an die Linie kam und 6/9 verwandelte.
Der TSV entschied das Viertel erneut knapp für sich (23:22) und ging mit einem 47:40 in die Pause – ein für beide Teams ungewohnt knappes Ergebnis.
In der Halbzeit wurde deutlich, dass Coaches Marcell Nukzepah und Julian Storck mehr Intensität, defensive Abstimmung und Ruhe im Spielaufbau forderten. Doch die Verunsicherung in Teilen der Mannschaft war greifbar.
3. Viertel – Die problematische Achillesferse: Turnover, Fouls und Chaos
Was im dritten Viertel geschah, sollte die gesamte Partie kippen.
Der TSV verlor den offensiven Faden komplett:
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22 Turnover insgesamt im Spiel, viele davon in diesem Abschnitt
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gleich fünf technische Fouls im gesamten Spielverlauf
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hektische, überhastete Abschlüsse
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Kommunikationsfehler in der Defensive
Wieseck nutzte die Butzbacher Ballverluste eiskalt:
Viele der Turnover führten zu klaren Fastbreak-Punkten, die den Gästen Momentum, Rhythmus und Selbstvertrauen gaben. Insgesamt ergeben sich aus den 22 Ballverlusten rechnerisch bis zu 44 potenzielle Punkte, die Butzbach dadurch liegen ließ – und die Wieseck zumindest in Teilen direkt ummünzte.
Gleichzeitig warf Butzbach im gesamten Spiel neun Freiwürfe vorbei – das entspricht neun verschenkte Punkte, die in einem 3-Punkte-Spiel natürlich besonders weh tun.
Mit nur 12 Butzbacher Punkten im dritten Viertel gegenüber 20 Punkten Wiesecks ging der Abschnitt klar an die Gäste. Rund eine Minute vor Ende des Viertels musste der TSV erstmals die Führung abgeben – der Knackpunkt des Spiels.
4. Viertel – Aufbäumen, Drama, Herz – aber Wieseck bleibt stabil
Doch das Spiel war noch lange nicht entschieden. Butzbach kam kämpferisch in den Schlussabschnitt, startete einen kleinen Run und drehte das Momentum. Kurzzeitig lag der TSV wieder mit +5 Punkten vorne. Die Halle tobte, das Team wirkte wieder lebendiger und zielgerichteter.
Aber Wieseck blieb nervenstark, antwortete mit einem eigenen Lauf und übernahm in der 34. Minute erneut die Führung – diesmal endgültig.
Der finale Schlagabtausch war hart umkämpft, intensiv und emotional. Butzbach kämpfte bis zur letzten Sekunde, doch die Summe der liegen gelassenen Chancen – Turnover, technische Fouls, neun verfehlte Freiwürfe – wog am Ende zu schwer.
Der Endstand: 84:87 aus Sicht des TSV Butzbach.
Stimmen zum Spiel
Coaches Marcell Nukzepah und Julian Storck resümierten:
„Am Ende haben wir uns das Leben vor allem selbst schwer gemacht. Mit 22 Turnovern gibst du dem Gegner zu viele einfache Möglichkeiten. Zudem müssen wir an der Freiwurflinie konsequenter werden – neun vergebene Freiwürfe und fünf technische Fouls sind in einem engen Spiel einfach zu viel.“
„Wichtig ist, dass wir uns künftig nicht so leicht aus dem Konzept bringen lassen. Wir haben einen klaren Gameplan, und den müssen wir auch dann durchziehen, wenn es mal nicht läuft. Das Team weiß, woran wir arbeiten müssen, und wir werden gemeinsam darauf reagieren, um daraus stärker zurückzukommen.“
Fazit
Der TSV Butzbach kassiert die erste Saisonniederlage – nicht weil der Gegner überlegen war, sondern weil man selbst nicht das abrufen konnte, was die ersten Saisonwochen geprägt hat.
Doch gleichzeitig ist dieses Spiel ein wertvoller Lernmoment: Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie kämpfen kann, aber auch, dass Disziplin, Ruhe und Fokus in Spitzenspielen unverzichtbar sind.
Die Saison ist lang. Und solche Spiele machen gute Teams am Ende besser.
Niklas Bilski #7 26 Punkte, Hermann Kraus #12 10 Punkte, Felix Schweizer #6 19 Punkte, Jean Martels #8 9 Punkte, Denis Kraus #0 2 Punkte, Timo Imbrogno #11 2 Punkte, Mykyta Tatsenko #22, Justus Knaup #4 2 Punkte, Lucas Rumpf #27 6 Punkte, Jonas Schilling #9 8 Punkte, Marlon Westhoff #17
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